Hans Michels (Text) und Rudi Müller (Bilder und Gestaltung): Dellbrück damals + heu­te- Dellbrücker Straßennamen und Bilder erzählen Geschichte. Herausgeber: Heimat-Verein Köln Dellbrück e. V. Ahl Kohgasser, Köln 2011, 201 S., 236 Abb. und eingelegter Ortsplan, ohne ISBN, Vertrieb über Hans Michels, Hünenstr.32, 51069 Köln, 24,50 Eu­ro

Das großformatige Buch (DIN A 4) mit festem Einband wendet sich nicht nur an Freunde der Heimatgeschichte, sondern an die Bürger Köln-Dellbrücks und an alle, die Interesse an die­sem Ort haben. Es verbindet die beiden beliebtesten Genres in der Heimatliteratur, nämlich ein Straßennamenbuch mit einem Bildband.

Köln-Dellbrück gehörte einst mit dem Kirchspiel und der späteren Bürgermeisterei Merheim zum bergischen Amt Porz. Es grenzt an Bergisch Gladbach und hat seit seiner Eingemein­dung nach Köln 1914 eine Zwitterstellung zwischen dem Bergischen Land, mit dessen Ge­schichte es eng verwoben ist, und der nicht ganz so nahen Großstadt, deren Namen es nun trägt.

Hans Michels hat auf der Basis seines über viele Jahrzehnte gesammelten Wissens im ersten Teil des Buchs die Straßen Dellbrücks genau beschrieben, die Lagebezeichnung im beiliegen­den farbigen Ortsplan sowie die Nummern der zugehörigen Abbildungen angegeben und vor allem die Geschichte der Straße und ihrer Namensgeber eingehend erläutert. Der historische Bogen spannt sich so von der vorchristlichen Zeit (Mauspfad) bis in die jüngere Vergangen­heit (Moorsledestraße). Moorslede hieß die bis 1992 bestehende belgische Kaserne, in der sich heute das Zollkriminalamt und weitere fünf Bundesämter befinden. Auch wer sich sonst mit keiner ausführlicheren Ortsgeschichte beschäftigen würde, wird durch das Lesen der Aus­führungen über die eigene Wohnstraße und die der sonst noch bekannten oder sogar unbe­kannten automatisch an die Geschichte des eigenen Wohnorts herangeführt, sei es als Einhei­mischer oder Zugezogener.

Der Abbildungsteil ist geprägt von vielen großformatigen Fotos, die moderneren natürlich alle farbig, Gegenüberstellungen von alt und neu, sowie von einem Dutzend doppelseitiger Abbil­dungen, darunter auch einige Luftaufnahmen, die man so auch ohne Lupe mit dem Auge durchwandern kann. Einige ältere Aufnahmen haben leider durch die starke Vergrößerung an Schärfe verloren. Abgerundet wird der Bildteil durch die Reproduktion von zwei farbigen Karten von 1844 und 1863, die im Vergleich mit der beiliegenden modernen Karte die Ent­wicklung von der ehemaligen Streusiedlung zum heutigen geschlossenen Stadtteil deutlich macht.

 

Hans Leonhard Brenner